Worte finden – wo anderen die Worte fehlen….

Das Thema Krankheit und Sterben begleitet mich seit meiner frühen Jugend. Mein Vater – unser Familienoberhaupt – der Fels in der Brandung – verstarb 1992 an Krebs.  Seine Krankheit, seinen Zerfall, sein Sterben und seinen Tod habe ich bei uns zu Hause mitgetragen, miterlebt und mitertragen. Sein Sterben und sein früher Tod veränderten mein Leben völlig. Meine Kindheit und Jugend wechselten in sofortiges Erwachsenwerden.

Es prägte meine Berufswahl – ich entschied mich für die Altenpflege – das Thema Sterben und Tod zog sich von da an wie ein roter Faden durch mein Leben. Mit 17 die ersten Sterbebegleitungen und Berührungen mit Sterbenden und Toten und natürlich auch mit trauernden Angehörigen.

Es gehört zu meinem Leben – und deshalb gibt es für mich auch keinerlei Berührungsängste mit diesem Thema.
So traurig und schmerzvoll ein Verlust immer ist – es ist das Leben – und wir können aus jeder Situation etwas lernen. Auch aus der Trauer um einen geliebten Menschen.

„Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann,

steht in den Herzen seiner Mitmenschen.“

 

 

Albert Schweitzer

Trauergespräche und der Umgang mit Menschen, die etwas Geliebtes verloren haben, gehören zu meinem Alltag. Im Tierbestattungsunternehmen meines Mannes fahre ich häufig zu Abholungen mit, überbringe den Tierbesitzern Urnen und unterstütze ihn im Hintergrund. So treffe ich täglich auf Menschen, die den Schmerz des Verlustes spüren – ob nun um einen Menschen oder ihr Tier – das Gefühl im Herzen ist immer schmerzvoll.

Es liegt mir am Herzen, den Verstorbenen mit persönlichen positiven Worten zu würdigen – es geht bei meinen Trauerreden um den wichtigsten Mensch in diesem Moment: um den Verstorbenen und natürlich um die Menschen, die in ihrem Schmerz zurück bleiben…..

Persönlich und individuell – genau so, wie der Verstorbene gelebt hat…..